Montag, 31. Dezember 2012

Ein Schmähbrief als Reaktion auf Kritik

Der Gastbeitrag von Udo sollte ja durchaus eine Reaktion in der Gemeinde auslösen. Jedoch hatte ich mir eine etwas erwachsenere und demokratisch orientierte erhofft. Ich ging davon aus, dass es doch möglich sein sollte, offen miteinander die politischen Themen hier in der Gemeinde zu diskutieren. Leider wurde ich hier jedoch eines Besseren belehrt, wie der unten abgebildete anonyme Schmähbrief beweist, den Udo wenige Tage nach seinem Beitrag im Briefkasten finden musste.

Ehe ihr diesen anonymen und beleidigenden Brief lest, möchte ich vorab schon einmal festhalten, dass ich eine solche Vorgehensweise für absolut verachtenswert erachte. Udo hat sich nicht hinter einem anonymen Schutzschild versteckt, sondern seine, zugegebenermaßen sehr deutlichen, Worte öffentlich und mit seinem echten Namen veröffentlicht. Dies beweist ein gesundes Verständnis seiner Rechte der öffentlichen Meinungsäußerung und des demokratischen politischen Diskurses.
Der anonyme Schmähbrief hingegen ist ein feiger Versuch, einen politisch aktiven Menschen mit eigener Meinung einzuschüchtern. Man möchte ihn wohl gerne mundtot machen. Kritik ist nicht erwünscht. Schon gar keine Kritik an Projekten, die von unseren gewählten Volksvertretern (und ja, liebe Gemeinderatsmitglieder, das seit auch ihr) hinter verschlossenen Türen im Geheimen ausgeklüngelt werden. Transparentes Vorgehen scheint nicht erwünscht und schon gar keine Kritik von Mitbürgern, Nachbarn, Wählern.

Im Sinne der Deeskalation und der klaren Positionierung sehe ich es als meine Pflicht als Pirat an, diesen Vorgang öffentlich zu machen. Nicht, um anzuprangern. Dies ginge auch gar nicht, weil der Brief ja ohne Absender aufgegeben wurde. Mein Anliegen ist es, auf die Art und Weise aufmerksam zu machen, mit der hier in der Gemeinde von einigen wenigen auf Kritik reagiert wird.

Ich möchte aber nicht nur das Vorgehen kritisieren, sondern gleich auf ein Angebot eingehen, dass ja im Brief so genannt wird: "evtl. mal an der Theke"
Einem direkten Austausch, persönlich, nicht anonym, offen, und mit Respekt stehen Udo und auch ich jederzeit offen gegenüber. Ich würde sehr gerne die aktuellen Projekte der Gemeinde offen diskutieren. Idealerweise natürlich bevor diese im Gemeinderat abgestimmt wurden. Eigentlich müsste doch auch den Gemeinderatsmitgliedern daran gelegen sein, sich mit den Bürgern auszutauschen. Wie sonst könnten Sie den Willen der Bürger repräsentieren?

Hier also der Aufruf an den anonymen Schreiber, an die Gemeinderatsmitglieder, an jeden interessierten Mitbürger: Nennt einfach Zeit und Ort und wir diskutieren. Gerne auch an einer Theke mit einem frisch gezapften Bier.

Und nun möchte ich Euch den Inhalt des Briefes nicht mehr vorenthalten.


Der Brief kam in einem anonymen Umschlag. Die Anschrift habe ich verpixelt. Der Nachname ist falsch geschrieben. Nur als kleinen Hinweis an anonyme Briefeschreiber: Leckt die Briefmarke nicht selbst ab und schreibt die Adresse nicht in Eurer Handschrift. Im Falle der Notwendigkeit wäre es sicherlich ein leichtes, diesen Brief seinem Urheber zuzuordnen.


Auf dass dies der letzte anonyme Schähbrief sein möge, der hier veröffentlicht werden muss.

Lasst uns offen miteinander diskutieren. Das bringt uns alle weiter.