Dienstag, 5. Juni 2012

Meuterei auf der KV Trier?


"Was ist denn da im KV Trier los?" mag der ein oder andere im Moment denken. Erst tritt der Schatzmeister zurück, weil er für diese Position ja sowieso nur aus Verlegenheit kandidierte (weil sich sonst keiner finden konnte, der kandidieren wollte). Nun tritt auch noch der Vorsitzende zurück (#ausgründen [1]). Man mag die einzelnen Beweggründe verstehen oder auch akzeptieren; im Grunde ist es aber nur eine Folge der jungen Strukturen, der Divergenz der Mitglieder (Umfeld: Stadt oder Land; Hintergrund: Student, Nicht-Student; Interesse, Alter, etc.) und der schieren Größe des KV. Man darf dabei nicht vergessen, dass der KV Trier größer ist als das Saarland. (LK Trier-Saarburg: 1.101 km², LK Vulkaneifel: 910,98 km², Eifelkreis Bitburg-Prüm: 1.626,12 km², Trier: 117,13 km², KV Trier = 3.755,23 km² / Saarland: 2.569,69 km²)
Die unterschiedlichen Schwerpunkte, Sichtweisen und Ziele gerade von Städtern und Landbewohnern hat sich ja schon beim letzten Kreisparteitag gezeigt, als es um erste Ansätze des Kommunalprogramms ging.

Diese Differenzen (nicht unbedingt negativ besetzt gemeint) zwischen dem Kerngebiet Trier und den umliegenden (oder auch weiter entfernten) Kreisen stellen wohl die größte Herausforderung für den kommenden Vorstand dar. Nur wenn es gelingt, eine stabile und flächendeckende Struktur für das gesamte KV Gebiet zu bilden, werden die Piraten hier auch wirklich erfolgreich sein können.

Dazu ist es unabdingbar, wesentlich mehr Mitglieder, besonders in den ländlichen Gebieten, zu gewinnen. Sonst ist kein flächendeckender Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 möglich und schon gar keine breite Repräsentation in Kommunalgremien.

Deshalb ist es meiner Meinung nach unumgänglich, dass der kommende Vorstand eine konkrete Strategie umsetzt, basierend auf:
  • Flächendeckendes Netz von Stammtischen
  • Infostände auch ausserhalb des Wahlkampfs und auch in kleineren Orten
  • Werbung von Mitgliedern, vor allem auf dem Land
  • Beauftragung von Gebietsverantwortlichen mindestens auf Kreis- besser noch auf Verbandsgemeinde-Ebene
  • Positionierung zu kommunalen Themen
Dies wird eine große Herausforderung für unseren KV darstellen, aber wenn wir alle unsere Energien bündeln und konstruktiv zusammen arbeiten, so können wir es schaffen.

Sehen wir den aktuellen Umbruch deswegen als reinigendes Gewitter. Er wird sicher den ein oder anderen wachgerüttelt haben. Auch wird er wohl dazu führen, dass niemand unüberlegt für einen Posten im Vorstand kandidiert. Der Druck und die Verantwortung wird nun wohl jedem bewusst sein.

Den beiden Zurückgetretenen danke ich sehr für das eingebrachte Engagement, das sicher teilweise über die persönliche Schmerzgrenze hinaus ging. Deshalb sei ihnen nun Erholung gegönnt, als dass Sie gestärkt zurückkehren werden.